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Unterschichten werden ausgebeutet

Gering- und Durchschnittsverdiener werden in Deutschland so stark mit Sozialabgaben und Steuern belastet wie in kaum einem anderen entwickelten Industriestaat. Verheiratete Paare mit nur einem Einkommen stehen dagegen besser da als in den meisten anderen OECD-Mitgliedsstaaten, berichtet die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Ein alleinstehender Geringverdiener musste im Jahr 2008 knapp 50 Prozent der Arbeitskosten – Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber – abführen, also eben so viel wie ein Spitzenverdiener. Dies sei nach Belgien der zweithöchste Wert, schreiben die OECD-Experten in ihrem Ländervergleich. Bei Spitzenverdienern beträgt die Abgabenlast gut 50 Prozent. Der bislang detaillierteste Vergleich der OECD brachte eine Besonderheit des deutschen Systems ans Licht: Anders, als die progressive Einkommenssteuer vermuten lässt, sinkt die Belastung ab einem bestimmten Niveau wieder. Nur in Österreich und Spanien gebe es einen vergleichbaren Effekt. Hintergrund ist, dass aufgrund der Beitragsbemessungsgrenzen ab einem gewissen Einkommen die Sozialabgaben wegfallen. Dadurch liege die Abgabenquote für einen Einzelverdiener mit 110.000 Euro Jahresgehalt genau so hoch wie für einen Arbeitnehmer mit 36.500 Euro Jahresgehalt. Würde man auch die Pendlerpauschale und andere an besondere Voraussetzungen geknüpfte Steuerfreibeträge berücksichtigen, wäre die Entlastung am oberen Ende der Einkommensskala noch deutlicher.

Kategorien:Antikapitalismus
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