Die Entwicklung der Weltwirtschaftskrise
Die Entwicklung der Weltwirtschaft nach dem 2. WK lässt sich grob in drei Phasen unterteilen:
1. 1945 – 1967. In diesem Zeitraum wurde das westeuropäische bzw. deutsche „Wirtschaftswunder“ durch das während des 2. WK in den USA akkumulierte Kapital finanziert. Deren BSP hatte sich in den Jahren 1940-45 verdoppelt u.a. durch die Absorption des von den alten Kolonialmächten England und Frankreich akkumulierten Kapitals. Dieses Geld wurde nun u.a. im Rahmen des Marshall Plans in die zerstörten europäischen und ostasiatischen Volkswirtschaften investiert und führte dort zu dem bekannten Wirtschaftswunder.
2. 1967 – Ende der 80er Jahre.. Um einen dauerhafte Stagnation zu vermeiden, wurde vermehrt in die Steigerung der Produktivität investiert: Industrieroboter und computergestützte Fertigungstechniken. Dies ging einher mit einer Stützung des Lebensstandards der arbeitenden Menschen, um soziale Unruhen zu vermeiden, die vom Sowjetblock und dessen Anhängern im Westen ausgenützt hätte werden können. Allerdings stieß irgendwann die Steigerung der Produktivität an ihre natürlichen Grenzen. So wie alles Wachstum eben endlich ist, so kann man eben auch die Produktivität nicht endlos steigern. Das geschah Ende der 80er Jahre. Die krisenhafte Entwicklung (in der brd durch die WV zeitverzögert einsetzend) wurde wie folgt „gelöst“:
3. Beginn der Globalisierung, um den tendenziellen Fall der Profitrate aufzuhalten bzw. die Profite sogar weiter zu steigern. Dies war im wesentlichen durch folgende Erscheinungen gekennzeichnet:
- Produktionsauslagerung in Billiglohnländer.
- Globalisierung, um die Exporte zu maximieren
- Ablösung produktiver durch spekulative Geschäfte
- Generalisierte Verschuldung
In dieser Phase gab es bereits mehrere, freilich noch räumliche oder auf bestimmte Sektoren begrenzte Krisen: Türkei, Südostasien, Mexiko, Argentinien, Internetblase. Da diese Krisen nicht generell waren, konnten sie noch „gehandelt“ werden.
4. Die jetzige Krise. Sie ist eine WELWEITE Krise, die ihren Ursprung hat in:
- Überproduktion und Überkapazitäten
- Verschuldung
- Ersetzung realer Märkte durch virtuelle (Finanzmärkte)
Es handelt sich, wie gesagt um eine generalisierte Krise, die praktisch die ganze Welt erfasst hat und damit eine neue Dimension erreicht hat, was den Krisenzyklus im Rahmen des monopolisierten Kapitalismus betrifft. Die bisherigen Lösungsvorschläge sind die alten – allerdings in wesentlich massiverer Form:
- Noch mehr Verschuldung
- Staatsinterventionismus, allerdings im Gegensatz zum Marshall Plan vor dem Hintergrund leerer Kassen
- Gesundbeten, d.h. die Ersetzung harter wirtschaftlicher Fakten durch psychologisierende Beschwörungsformeln: „Wird schon wieder werden“ bzw. „Die Krise wird uns stärker machen“ (Warum das so sein soll, wird freilich vornehm verschwiegen….)
Bisher gelang es dem Kapitalismus immer noch, die jeweiligen Krisen durch die bei 1 bis 3 beschriebenen Maßnahmen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Diesmal scheint es anders zu sein. Wenn den Kapitalisten nicht bald etwas grundsätzlich Neues einfällt, dann dürfte diese Krise das Anfang vom Ende dessen sein, was wir die Westliche „Werte“gemeinschaft nennen.
Gastbeitrag: Max Brüm